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Chance für Uygur-Kinder


 
   

Urumqi, 26. Oktober 2000

Meine lieben Freunde,

Eigentlich wollte ich dem letzten Mail noch einen Bericht über meine Eindrücke von der wunderschönen Zeit in Turpan anfügen, die Ereignisse bei meiner Rückkehr nach Urumqi haben sich aber überschlagen. Zuerst einmal war ich begeistert, dass mittlerweile über 200 Studenten von 9 Lehrern unterrichtet werden. Die Schule ist dazu in ein anderes Gebäude umgezogen, weil die Kälte und der Baulärm für die Schüler unerträglich wurde. Professioneller Unterricht unter optimalen Bedingungen ist nun gewährleistet.

Zusätzlich hat sich nun ein Projekt konkretisiert, über das wir lange diskutiert und ich viel nachgedacht habe. Es geht darum, Kinder mittelloser Eltern eine kostenlose, umfassende und qualitativ gute Schulbildung zu ermöglichen. Obwohl Urumqi auf den ersten Blick eine moderne, aufstrebende Stadt zu schein seit, siehts in den Bretterverschlägen und Lehmhausern der Aussenquartiere, die ausschliesslich von Uygurs bewohnt werden, ziemlich anders aus. Die Leute haben meist nur das notwendigste zum überleben und Regierung unternimmt herzlich wenig, um die Situation zu ändern. Eltern können oft nur einem Kind die Schulbidlung ermöglichen oder brechen nach ein, zwei Jahren die Ausbildung der Sprösslinge ab. Das Resultat ist, dass sich die Kinder auf der Strasse rumtreiben oder Gelegenheitsarbeiten ausführen, um das Geld für ihr eigenes Essen aufzutreiben. Diese Kinder haben keine Möglichkeit, jemals eine vernünftige Arbeit zu finden oder ein geregeltes Leben zu führen.

Wir haben uns das ambitiöse Ziel gesetzt, 100 solcher Kinder mindestens ein Jahr lang in den wichtigsten Fächern kostenlos zu unterrichten und ihnen somit eine Chance für eine bessere Zukunft zu geben. Dafür brauchen wir aber weitere Schulungsräume, zusätzliche Lehrer, Unterrichtsmaterial und vorallem Geld. Verschiedene Lehrer und Schüler sind dabei, am Primar- und Mittelschulen gebrauchte Schulbücher zusammenzubetteln, Hefte und Schreibmaterial haben wir bereits erhalten und die Zusicherung von Radio- und Fernsehstationen für kostenlose Aufrufe an die Bevölkerung sind im Hause. Nach wie vor fehlten uns aber die wichtigsten Positionen:

8100 Yuan (rund 1620 Franken) Raummiete 26000 Yuan (rund 5200 Franken) Gehälter für zusätzliche Primar- und Mittelschullehrer 1700 Yuan (rund 340 Franken) für Bücher, die wir neu kaufen müssen.

Das ergibt eine Summe von 35800 Yuan (rund 7160 Franken), die wir benötigen, um den Unterricht für ein Jahr sicherzustellen. Ziel ist es, nach einem Jahr den Unterricht der Kinder aus Profiten der kommerziellen Kurse finanzieren zu können.

Ich habe mich bereit erklärt zu versuchen, dieses Geld aufzutreiben. Deshalb wende ich mich nun an Euch, meine lieben Freunde und bitte um Eure Unterstützung. Eine Unterstützung nicht für mich, sondern um diesen Kindern eine Chance zu geben. Es ist mir dabei bewusst, dass es um viel Geld geht und ich nicht der einzige bin, der schamlos betteln kommt.

Meine Idee ist, dass wenn jemand 71.60 Franken spendet, ein Kind ein Jahr lang vollwertig ausgebildet werden kann. Wenn das nun 100 von Euch tun, ist unser Ziel erreicht. Wenn wir weniger erhalten, werden wir selbstverständlich trotzdem beginnen, falls mehr eintrifft, wird das Geld für das nächste Schuljahr verwendet. Ich verbürge mich dabei persönlich, dass das Geld für nichts anderes als für die Ausbildung mittelloser Kinder eingesetzt wird und werde bis zum Abschluss dieser Aktion in Urumqi bleiben (auch wenns mittlerweile verdammt kalt ist) um beim Aufbau mithelfen zu können.

Wir sind bereit, etwas zu tun. Wir sind aber auf Eure Unterstützung angewiesen, damit das Projekt durchführbar wird. Wer uns helfen will, den bitte ich 71.60 Franken (selbstverständlich auch mehr oder weniger) auf folgendes Konto einbezahlen:

Raiffeisenbank Oberbuchsiten Postkonto 46-676-6 Tom Schaich Chance für Uygur-Kinder, Kto. 20329.03

Ich kann weder mit vorgedruckten Einzahlungsscheinen, herzzerreissenden Bilder oder die Aussicht auf die Gravur des Spendernamens auf eine Marmorsäule aufwarten, hoffe aber trotzdem, dass mein Aufruf ankommt. Ich danke Euch schon mal im Namen der Kinder und der Lehrerschaft für Eure Mildtätigkeit.

Wer mehr wissen möchte oder weitere Fragen hat, kann mich im Hotel oder in der Schule erreichen: Hotel: Tel. 0086 991 585 25 11 ext. 2538 (Room 500, beste Zeit 18.00 oder 02.00 AM CH-Time) Fax: 0086 991 581 13 54 (Room 500) Schule: 0086 991 286 52 52 (beste Zeit 06.30 AM CH-Time)

Gruss
Tom

PS: Ich werde Euch über den Verlauf der Aktion unterrichten.

 

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      "Toms Reisen" © by Tom Schaich